Im Rahmen einer Schulexkursion besuchten am 23. März 2026 die Klassen FOW24 und FOS24 den Spinnbau des Chemnitzer Theaters, um Franz Kafkas erschütternde Erzählung aus dem Jahre 1914 „In der Strafkolonie“ als Bühneninszenierung zu erleben.
Dabei wurden sie mit einer alptraumhaften Welt konfrontiert: Ein Offizier führt einem Reisenden eine Hinrichtungsmaschine vor, die dem Verurteilten das Urteil buchstäblich in den Körper schreibt, ohne dass dieser je erfahren hat, wessen er überhaupt schuldig sein soll. Kafkas Text stellt fundamentale Fragen über Macht, Gerechtigkeit, blinden Gehorsam und die Würde des Menschen - Themen, die bis heute nichts an Aktualität verloren haben.
Was diesen Abend für die Klassen FOW24 und FOS24 zu einem ganz besonderen machte: Einer ihrer Lehrer stand selbst auf der Bühne - in der Rolle des Reisenden, welcher der Hinrichtungsmaschine beiwohnt und zunehmend in den Konflikt zwischen Gehorsam und Gewissen gezogen wird. Für die Schülerinnen und Schüler war es ein ungewohntes und durchaus überraschendes Erlebnis, eine vertraute Person plötzlich im Rampenlicht zu sehen und sie in einer so ernsten, vielschichtigen Rolle zu erleben. Das schuf eine eigene Verbindung zum Stück und sorgte im Anschluss für lebhafte Gespräche, nicht nur über Kafka.
Für die Schülerinnen und Schüler war der Abend weit mehr als ein Pflichtprogramm - er war eine Einladung, literarische Texte neu zu denken und kritisch zu hinterfragen.

